
Am 10. und 11. Mai 2012 findet in der Berliner Akademie der Künste das Symposium "Brutalismus. Architekturen zwischen Alltag, Poesie und Theorie" statt.
Nachdem der Erkenntnisstand der Baugeschichte zur Nachkriegsmoderne der Fünfziger Jahre mittlerweile sehr hoch ist, zeichnet sich nun, analog zur fortwährenden Historisierung der jüngeren Geschichte, ein Forschungsbedarf zur folgenden Entwicklung der Moderne ab.
Mit dem Brutalismus ist in einer kritischen Verarbeitung von klassischer Moderne und Nachkriegsmoderne eine Laborsituation erzeugt worden, in der langfristige Tendenzen der modernen Architektur bis heute erstmalig erprobt wurden. Neben den ästhetischen und formalen Weichenstellungen, die sich etwa im späteren Minimalismus manifestierten, haben ebenso die ethischen, also die sozialen und politischen Subtexte der brutalistischen Everyday Architecture nachhaltig spätere Diskurse in Architektur und Städtebau beeinflusst, so die an Las Vegas und Suburbia orientierte Postmoderne von Venturi, Scott Brown oder den Dirty Realism in den späten Achtziger Jahren. So gesehen ist der Brutalismus ein Baustein in der Bilanz der neueren Architektur nach der Postmoderne.
Ein wichtiges Anliegen des Symposiums ist, Kriterien und Maßstäbe für die Bewertung der brutalistischen Architektur zu begründen und zu erproben. Es gilt, rechtzeitig für diese bedrohte Baukultur eine sensible Wahrnehmung zu kultivieren.
Symposium »Brutalismus. Architekturen zwischen Alltag, Poesie und Theorie«
Donnerstag, 10. Mai und Freitag, 11. Mai 2012
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Weitere Informationen: www.brutalismus.com
Um Anmeldung wird gebeten.




